Alleine unterwegs in Ulaanbaatar

Nachdem das offizielle Besichtigungsprogramm zu Ende war, durften wir bei einem grossen Einkaufszentrum aussteigen. Nach Geld tauschen, gemütlich einen Kaffee trinken und was Essen, ging es für mich dann alleine weiter.

Auf meiner TODO-Liste stand eigentlich nur was ganz einfaches: Einkaufen… Aber ja, das kann tatsächlich eine Herausforderung sein… Man glaubt es kaum.

Begonnen hat es gleich beim Eingang vom Supermarkt. Ich, mit meinem grossen Fotorucksack (Kamera da drin verstaut) wollte in den Supermarkt rein. Nix da. So einfach geht das schon mal nicht. Wurde gleich von zwei jungen Frauen aufgehalten, die auf meinen Rucksack deuteten. Erschrocken stellte ich fest: Da gab es Schliessfächer. Erschrocken, weil es da für mich zwei Probleme gab:

  1. Ich lasse meine Kameraausrüstung sicher nicht in einem Schliessfach zurück. Kommt nicht in Frage.
  2. Die Schliessfächer waren sowieso zu klein für meinen Rucksack.

Nach mehrmaligem deuten, und ziehen an meinem Rucksack, haben die zwei es dann aber geschafft, meine Wasserflasche rauszuziehen, und mit einem Pickerl zu bekleben. Und da durfte ich dann auch endlich rein. Netterweise wollten sie wirklich nur mein bereits bezahltes Wasser auch als solches markieren, damit ich damit an der Kasse nicht Probleme kriege.

Auf ging es dann gleich zur nächsten Herausforderung: Obst kaufen. Die Bananen waren noch einfach. Fertig abgepackt. Bedruckt mit Barcode und so, weswegen ich mal annahm, dass man diese nicht wiegen musste. Womit ich übrigens auch richtig lag. Aber ich wollte ja auch noch Äpfel… Naja, so ein Sackerl fand ich noch, also brav mal 4 eingepackt. Und dann? Da war alles nur auf mongolisch angeschrieben. Welche Taste muss ich nun also auf der Waage drücken? Ein Ding der Unmöglichkeit. Zu meinem Glück war aber eine Verkäuferin in der Nähe. Mit einem kurzen „Hello“ hatte ich ihre Aufmerksamkeit und deutete verzweifelt auf mein Sackerl mit den Äpfel drin und danach auf die Waage. Sie schien mich zu verstehen, nahm mir das Sackerl aus der Hand, ging zur Waage, drückte irgendeine Taste und klebte mir das Preisschild aufs Sackerl.

Nun standen noch Süsses und Wasser auf meiner Einkaufsliste. Dies war dann weiter kein Problem mehr und ich war dann schnell bei der Kasse. Wo ich allerdings wieder den ganzen Betrieb aufhielt. Aber es ist halt auch wirklich nicht einfach, einen Schein, wo 20000 oben steht von einem zu unterscheiden, wo nur 2000 oben steht. Da heisst es: Nullen zählen. Aber auch das habe ich dann irgendwie geschafft. Gut, zugegeben, zuerst gab ich der Verkäuferin den falschen Schein 😉 Kann schon mal passieren.

Beladet mit meinen Einkäufen ging es dann direkt zurück ins Hotel. Etwas relaxen. Fotos nach Hause schicken und mal gemütlich den Lonely Planet lesen, was man denn als nächstes so tun könnte. Da drin entdeckte ich dann ein kleines Kloster ganz in der Nähe vom Hotel. Eintritt frei. Also nichts wie hin.

Bei dem Kloster handelte es sich um das Dashchoilon Khid. Dieses Kloster wurde ebenfalls in den 1930er Jahren komplett zerstört. Inzwischen wurde es wieder aufgebaut und besteht nur aus 3 Gers. Ich fand den Platz allerdings wunderschön. Zum einen war es eine Oase der Ruhe inmitten der Stadt. Konnte mich da richtig gut erholen und habe mich dort auch sehr lange aufgehalten. Zum Fotografieren war es auch ein reines Paradies. Mit den vielen bunten Farben. Leider war allerdings der Tempel bereits geschlossen. War halt doch etwas spät dort. Ich versuchte zwar noch reinzukommen, aber die Türe war definitiv zu. Dabei kam ich mit einem Mongolen ins Gespräch. Dieser ging ein paar Minuten vorher bereits an mir vorbei, und meinte so „Alles klar“. Ja, „alles klar“. Auf deutsch. Habe ich aber irgendwie nicht so richtig realisiert und einfach mal blöde mit „Ja“ geantwortet. Naja, jedenfalls liefen wir uns vor der Tempeltüre wieder über den Weg, wo er mir dann auf Englisch erklärte, dass der Tempel bereits geschlossen hatte. Dann natürlich die übliche Frage, woher ich denn sei. Woraufhin wir dann auf Deutsch wechselten, weil er selber in Deutschland wohnte, dann aber nach Grossbritannien weiter ging. Und nun sei er in Ulaanbaatar, weil er selber schon lange nicht mehr da war und seinem Sohn mal seine Heimat zeigen wollte.

Nachdem das kleine Kloster dann komplett abgelichtet war, war unbedingt mal ein Kaffee von Nöten. Fand sogar ein hübsches kleines Kaffee mit einer richtigen Espressomaschine. Wo es dann auch einen richtig guten Espresso gab.

Wie immer: Auf die Fotos klicken, dann gibt es sie in gross.

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