In der Sowjet-Fabrik und Karaoke

So, nun ist es Zeit für meinen letzten Bericht aus der Mongolei. An unserem letzten Tag standen neben zurückfahren, und diversen Abschiedsessen noch eine Besichtigung einer Fabrik auf dem Programm. Sowie natürlich (darf in Asien nicht fehlen) Karaoke.

Los geht es mit der Besichtigung. Dazu gibt es mal keine Fotos, weil ich mir da nicht sicher bin, ob ich diese veröffentlichen darf. Wer trotzdem mal gerne Fotos anschauen möchte: die gibt es bei mir persönlich, an meinem Laptop, zu bestaunen.

In der Fabrik werden Cashmere-Produkte hergestellt. Für viele namhafte Designer. Vor allem in Europa, d.h. die Produkte werden in der Mongolei produziert, mit dem entsprechenden Label versehen und dann nach Europa versendet. So weit so gut. Nur: die Fabrik war noch aus der Sowjet-Zeit. Und das sah man an allen Ecken und Enden. Das ganze hatte was sehr bedrückendes. Zum einen gab es kaum Licht, und zum anderen waren die Arbeitsbedingungen halt wirklich alles andere als angenehm. So unangenehm, dass einige aus unserer Gruppe sogar das Gebäude vorzeitig verliessen, weil sie die Führung nicht zu Ende machen wollten.

Die Eindrücke in der Fabrik lassen sich sehr schwierig beschreiben. Auf jeden Fall lässt sich eines sagen: Ich habe mich überhaupt nicht wohl gefühlt. Ich kam mir vor wie der doofe dicke, reiche Tourist (mit Sandalen und Socken bis zu den Knien hochgezogen) der hier das Elend der Arbeiter begaffen geht. Jedenfalls ging mir das ganze sehr nahe, und ich war froh, als die Führung zu Ende war, und bin dann auch gleich aus dem Gebäude geflüchtet (andere hielten sich noch im Shop auf, diverse Einkäufe tätigen…)

Weiter ging es dann danach mit dem nächsten Punkt: Abschied nehmen von unseren Fahrern. Wieder sehr traurig. Auch wenn wir kaum ein Wort miteinander reden konnten, waren diese uns doch sehr ans Herz gewachsen. Ja, man kann sich auch mit Körpersprache verständigen. Und schliesslich hatten wir ja auch noch unseren Guide als Dolmetscher.

Den anschliessenden Nachmittag verbrachten wir dann eher mit Faulenzen. In meinem Fall hiess das: Duschen und Haare waschen. Ach, was hatte ich mich doch auf warmes Wasser mit Wasserdruck gefreut. Um dann natürlich, tadaa, kaltes Wasser zu kriegen. Ja, der Durchlauferhitzer in unserem Zimmer war hin. Egal. Nach zwei Wochen ist man abgehärtet und kommt da durch. Die Haare wurden also gewaschen.

Anschliessend ging es dann weiter zum Kaffee trinken. Dann Bier trinken, bzw. Vorbereiten für den Karaoke-Abend. Immerhin hatte ich die „ehrenvolle“ Aufgabe, gemeinsam mit dem Guide und mit Barbie Girl den Abend zu eröffnen. Und wer mich schon mal singen hörte, weiss, dass ich keinen Ton treffe. Entsprechend musste von irgendwoher mal Mut her. Und das geht mit Alkohol nun mal meistens recht gut.

Der Karaoke-Abend war dann nicht so schlimm wie befürchtet. Dies natürlich, weil sowas in Asien schon mal ganz anders abläuft, als bei uns. Bei uns gibt es so einen Abend in einer Bar, wo gefühlt Hunderte fremde Leute drin sind, und einem zuhören und über einem Lachen. In Asien ist das anders. Eine Karaoke Bar ist eigentlich nur eine sehr kleine Bar (wo man sich nur die Getränke holt) mit vielen kleineren Räumen dazu. Jeder dieser Räume ist mit einer Karaoke-Anlage ausgestattet. Der Ablauf ist dann, dass man sich als Gruppe (von 10-20 Personen) so einen Raum reserviert und mietet und dann unter sich, also, unter Freunden, Karaoke singt. Und unter Freunden geht sowas deutlich einfacher. So hat dann auch die Eröffnung einigermassen geklappt. Natürlich entsprechend schief. Aber es ging. Auch andere Lieder kamen später noch dazu (mit mehr Alkohol – Irgendjemand hat ja Wodka gekauft – Chingghis Gold… Und der wurde mir ja schon mal zum Verhängnis.)

Tja, und das war er dann auch schon. Der letzte Abend 😦

Aber keine Angst, das war es noch nicht mit meinem Blog, schliesslich ging es für mich danach noch weiter nach Peking. Und der LP für die nächste Reise (Japan) liegt auch schon neben mir.

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