Spaziergang durch die Limmatstadt

Zu Weihnachten war ich zu Besuch in Zürich. Der Stadt, in der ich 5 Jahre studierte habe. Und die ich auch unbedingt gleich mit Ende des Studiums wieder verlassen wollte… Tja… Schlussendlich habe ich 10 Jahre in der Stadt verbracht. Habe sie gleichzeitig gehasst und geliebt. Zu einen bietet Zürich natürlich extrem viel. Nicht zu unrecht, wird sie immer wieder zu einer der Städte mit der höchsten Lebensqualität gewählt. Trotzdem habe ich sie gleichzeitig gehasst. Zürich sind Banken. Banken bedeutet Geld. Und Geld ist etwas, dem viele Menschen nachrennen. Und entsprechend hektisch ist die Stadt. Ebenfalls sagt man den Zürchern nach, dass sie arrogant sind. Die wenigen, die ich kennenlernen durfte, habe dieses Vorurteil leider nicht widerlegt. Bis zu meinem Wegzug vor 3 Jahren, durfte ich nur Zugezogene zu meinem Freundeskreis zählen.

Nichtsdestotrotz, oder gerade deswegen, ist Zürich eine Stadt, die auf jeden Fall eine Reise wert ist. Für alle, die noch nie dort waren: Ihr findet ein hübsches kleines Juwel, sauber herausgeputzt, welches einen See, Berge eine hübsche Altstadt und ein absolut geniales Nachtleben bieten kann. Es lohnt sich also. Allerdings muss man fürs Nachtleben auch genug Geld mitbringen. Nicht vergessen: Schweiz, und dann auch noch die teuerste Stadt der Schweiz.

Gerne kehre ich allerdings immer wieder nach Zürich zurück. Obwohl ich sie gehasst habe, wurde die Stadt, in den 10 Jahren, die ich dort verbrachte, ein wenig zu einer weiteren Heimat. Ein Teil meiner Familie lebt dort, und ein grosser Teil meines Freundeskreises lebt auch dort. Weswegen ich immer wieder gerne zurückkehre. Und meine Zeit dann hauptsächlich mit Essen, Kaffee trinken und Ausgehen verbringe (ja, viele Leute wollen getroffen werden). Trotzdem blieb mir bei meinem letzten Besuch Zeit, um einen kleinen Spaziergang, bewaffnet mit meiner Kamera zu machen.

Dieser begann beim Grossmünster, wo ich eigentlich rein wollte, und endlich mal auf den Turm hoch. War aber leider zu früh dort… Also ging es los, durch das Niederdorf, Richtung Central und dann mit der Polybahn zur ETH hoch. Ein wenig Studiumsnostalgie. Mal wieder Polybahn fahren, mal wieder die ETH betreten. Naja, soweit der Plan. Die Polybahn war dann leider wegen Restaurierungsarbeiten geschlossen, also ging es halt mit der Tram hoch.

Oben angekommen dann natürlich einmal durchs Hauptgebäude durch, um zu prüfen, ob es noch gleich ausschaut. Tut es, auch die gute Cafeteria gleich beim Haupteingang mit der richtigen Espresso-Maschine gibt es noch. Auf der anderen Seite des Hauptgebäudes ging es dann wieder raus, auf die Polyterasse. Den Ausblick geniessen. Bzw. bewusst hingehen, um Fotos zu machen, da ich genau wusste, dass die andere Seite (der  Üetliberg) um die Uhrzeit schön von der Sonne angeleuchtet wird. War glücklicherweise auch so.

Dann wieder runter, nochmals das Niederdorf kurz durchqueren und ans andere Limmatufer. Zürich hat ja nicht nur die Polyterasse als Aussichtspunkt zu bieten. Sondern auch den Lindenhof. Und da wollte ich hin. Da allerdings leider mit Gegenlicht. Aber das muss man halt manchmal nehmen, wie es ist. Fotografen, die mehr Zeit haben als ich, empfehle ich trotzdem, dass ihr eher am Nachmittag/Abend hingeht. Dann wird nämlich der Zürichberg schön von der Sonne angeleuchtet und ihr habt einen tollen Blick auf den Zürichberg.

Vom Lindenhof dann durch Zürichs Altstadt durch zum Fraumünster. Endlich mal die Chagall-Fenster ablichten war das erklärte Ziel. Tja, vor dem Fraumünster standen viele dicke fette schwarze Mercedes rum. Viele. Wirklich. Und vor jedem Eingang auch einige Bodyguards. Da war nichts mit reinkommen. Muss wohl jemand wichtiges geheiratet haben oder gestorben sein… Die Schweizer Prominenz wohnt übrigens grösstenteils in Zürich, weswegen sowas durchaus mal vorkommen kann. Nicht zu  vergessen: der ganze Geldadel.

Da es dann langsam Zeit wurde, sich für das nächste Mittagessen und Treffen bereit zu machen, ging es nach der Fraumünster Enttäuschung auch wieder „nach Hause“ (Wohnung vom Bruder). Wollte schliesslich meine Kamera nicht zum Mittagessen mitschleppen. Ja, manchmal gibt es wichtigere Dinge im Leben, als zu Fotografieren. Freunde zum Beispiel, die man nur 2 Mal im Jahr sieht. Da darf die Kamera nicht mit.

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