Slow Travelling – Und was dann passiert

Die Bilder lassen es ja schon erahnen… Aber mal von vorne.

Gestern Abend habe ich ein nettes Interview auf einem Blog gelesen, dem ich folge. Dabei ging es um Slow Travelling (Interview: hier). Hört sich eigentlich ganz gut und relaxed an. Also doch auch gleich mal ausprobieren.

Der Plan für heute: Ich starte mal in Nippori. Da ist nämlich das „Ende“ eines Spazierganges, der von Lonely Planet vorgeschlagen wurde. Und ein Friedhof, der ganz nett beschrieben wurde. Also mal dahin. Und dann: Wir werden sehen. Ohne Slow Travelling wäre ich dem Spaziergang strikte gefolgt, nach 2h wahrscheinlich durch gewesen und was dann? Weiter zum nächsten Highlight jagen. Ist anzunehmen.

Mit Slow Travelling Konzept: Ich liess mich einfach treiben. Habe ja den Stadtplan von Tokyo auf dem Handy und es gibt ja GPS. Verloren gehen kann ich ja schon mal nicht. So liess ich mich mal bis ins erste Kaffee durchtreiben. Im Kaffee drinnen dann die erstaunliche Feststellung (habe mal nachgeschaut wo ich bin), dass ich mich wieder auf dem vorgeschlagenen „Spaziergang“ von LP befinde. Aha. Die haben dort auch Kaffeepause vorgeschlagen. Na dann. Naja, kann passieren. Nur: Hätte ich den Spaziergang befolgt, dann wäre meine Reaktion bestimmt gewesen: „Nein, da gehe ich aber ganz sicher nicht rein, steht im LP, hat sicher nur Touristen drin.“ Dem war übrigens nicht so. Ausser mir war nur eine weitere Touristin drin. Danach liess ich mich weiter treiben. Durch Nebenstrassen durch. Immer wieder in kleine Tempel rein. Und so weiter. Bis ich dann (bei einem weiteren Blick auf die Karte) bemerkte, dass der Nezu Shrine ganz in der Nähe ist. Und der wurde mir doch von einem Couchsurfer empfohlen. Und das sah doch damals, als ich auf dem Internet den Link geöffnet hatte, auch ganz gut aus. Also nix wie hin. Und: es hat sich gelohnt. Dazu wird es später noch einen separaten Bericht geben.

Nach dem Schrein dann wieder treiben lassen. Dabei ein wenig den Massen folgen. Und im Ueno Park landen. Beim gemütlichen Schlendern durch den Park fand ich dann auch einen Starbucks. Werden diese in Europa ja immer gemieden, sind sie auf Reisen immer eines meiner Lieblingsziele. Und nein, der Kaffee ist auch in Asien genau so beschissen wie bei uns. Wegen dem Kaffee muss man da wirklich nicht hin. Aber: Es hat geregnet, ich war schon lange auf den Füssen – wollte also mal sitzen. Und Wifi gibt es halt auch immer dort.

Und was passiert dort? Natürlich, das, was immer passiert. Ich werde mal gefragt, woher ich denn komme. Ich also „Austria.“, „Ah, are you living in Sidney.“ „No, not Australia, Austria, Vienna, the one in Europe.“. Dann kam der Barista hinzu – sagt was auf Japanisch und meint zu mir „Dankeschön“. Aha, da weiss also schon mal einer, was „Austria“ ist, und welche Sprache man dort spricht. Der Kassier hat sich dann nett bei mir entschuldigt und weiter ging es zur Kaffee-Ausgabe. Wo ich gleich mal vom Barista auf Deutsch angequatscht wurde. Ja, wirklich. Deutsch. Und er konnte es auch wirklich. So, dass wir ein nettes kleines Gespräch führten, währenddem ich auf meinen Kaffee wartete. Dem Kassierer hat sein Irrtum dann offenbar auch noch leid getan. Währenddem ich am Warten war kam er plötzlich mit einem verpackten Erfrischungstuch angerannt, wo er den Tokyo Tower darauf gezeichnet hatte, als Geschenk für mich. Voll süss.

Nach einer Stunde im Starbucks war ich dann auch wieder trocken und erholt genug, so dass es weiter ging. Und es kam, wie es kommen musste. Ich wurde magisch angezogen. Ich werde von so was immer magisch angezogen. Das passiert mir immer. Wirklich immer. Ich landete im Zoo. Natürlich nicht sehr geschickt, wenn man erst 2h bevor er schliesst, dort ist. Aber für umgerechnet nur läppische 5 Euro Eintritt geht das ja schon mal (bin mir Zürich gewohnt – 20 Euro). Und schliesslich hatten sie Panda-Bären. Ich hätte ja schon alleine für die Panda-Bären die 5 Euro bezahlt. Habe noch nie Panda-Bären gesehen (Fernseher und so mal ausgenommen). Und es hat sich trotzdem noch gelohnt.

Leider hat dann aber meine Kamera alle viere von sich gestreckt. War ihr dann wohl doch zu viel Regen. Einmal Auslöser drücken –> Dauer-Shooting. Da half nur ausschalten und wieder einschalten. Aber jetzt geht es ihr wieder gut. Klima-Anlage ein (warme und trockene Luft) und siehe da: Kamera trocken. Alles gut.

Fazit: Einfach mal treiben lassen sollte man sich öfters. Und der Zoo ist auf jeden Fall einen Besuch wert. Er hätte auch noch viel mehr Tiere gehabt. Aber dafür reichten die 2h natürlich nicht mehr aus 😉

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