Spaziergang durch eine Metropole

Nachdem ich in dem herrlichen Park war ging es zu Fuss weiter. Zuerst durch Ginza, wo ich eigentlich in die Shiseido Galerie wollte. War leider zu. Naja, immer hat man nicht Glück. Deswegen also einmal quer durch Ginza durch zum Tokyo International Forum. Wo ich dann ungefähr zur Mittagszeit ankam, und beobachten konnte, wie die Japaner sich an kleinen Fresswägelchen ihren Lunch kauften.

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Auch ich gönnte mir was. Einen Kaffe. Einen Eiskaffe. War ja warm (ja, das war im April – ungefähr zu der Zeit, als es hier Schnee gab). Und zu meinem erstaunen war auch der Eiskaffee herrlich ungesüsst. Einfach nur kalter Kaffee. Frisch „aufgebrüht“ (wenn man das dann so nennen kann) mit Eiswürfeln dazu. Genau solcher Kaffee wurde dann auch in den nächsten drei Wochen zu einem meiner treusten Begleiter.

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Und um den Aufenthalt gleich noch besser zu machen, gab es auch noch Wifi. Gratis. Offentlich. Warum haben wir sowas eigentlich zu Hause nicht öfters? Wobei – vielleicht haben wir es ja, und ich prüfe es nur nie. Wie auch immer. Die Chance wurde genutzt und gleich mal auf FB eingeloggt. Wo ich mit grossem Erstaunen die ersten Schneebilder erblickte. Zur Erinnerung: Ich trank meinen Kaffee kalt, weil es so warm war, und ihr hattet Schnee. Urlaub kann so toll sein 🙂

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Nach dem Eiskaffee sah ich mir dann mal einen Teil des International Forums an. Für Architekten sicherlich ein Schmuckstück. Für mich stellte sich eher die Frage: Wie kriege ich das nun am besten aufs Bild gebannt?

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Meine Idee war, ganz frech mal mit einem Aufzug nach oben zu fahren, und es von da noch zu probieren. Schliesslich gab es ja keine Verbotsschilder. Und aufgehalten hat mich auch keiner. Leider muss ich zugeben, dass mich die Architektur-Fotografie immer noch an die Grenzen bringt. Da wird es wirklich mal Zeit, was dazu zu lernen.

Nach dem International Forum ging es dann gleich weiter zum Bahnhof von Tokyo. Ein schmuckes, altes Gebäude. Inmitten von Hochhäusern:

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Aufgrund einer Baustelle, direkt vor dem Gebäude, die nächste Herausforderung. Direkt vors Gebäude stellen hatte nämlich zwei Resultate: Entweder war man viel zu nahe dran, oder das Gebäude wurde durch die Baustelle verdeckt. Naja, man kann nicht immer Glück haben. Also mal rein. Kurz ein Foto von der Decke schiessen und dann gleich die Gelegenheit nutzen, um im Shinkansen für den nächsten Ausflug aus der Stadt raus ein Ticket zu reservieren.

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Übrigens immer wieder eine Herausforderung. Nachdem ja tags zuvor am Flughafen alles so gut geklappt hat, war ich etwas übermotiviert und liess gleich einen kompletten Satz auf Englisch vom Stapel. Wo ich gerne hinmöchte, wann ich gerne dahin möchte und dass ich doch gerne bitte einen Sitzplatz am Fenster reserviert hätte.

Puh. Schlechte Idee. Von der ganzen Information kam nur der Zielort bei meinem Gegenüber an. Nachgefragt wurde dann mal nach der Zeit. Und viele Minuten später hielt ich eine Sitzplatzreservation in einem Zug für den nächsten Tag in der Hand. Nein. Das wollte ich doch nicht. Also mal nett darauf hinweisen. Gleiches Spiel von vorne. Und dieses Mal in kurzen einfachen Worten. Funktioniert am besten übrigens so:

  1. Railpass zeigen und Zielort kommunizieren
  2. Warten
  3. Auf das gewünschte Datum im Kalender zeigen (es steht an jedem Schalter einer. Im Zweifelsfalls: Kein Datum wünschen: Entweder heute oder morgen, alles andere wird schwieriger).
  4. Wieder warten.
  5. Abfahrtszeit nennen (immer Abfahrtszeit – habe es einmal mit gewünschter Ankunftszeit probiert… lasst es sein. Besser vorher selber erkundigen. Und dabei nicht auf Google Maps verlassen, man darf nämlich nicht jeden Shinkansen mit dem Railpass benutzen.)
  6. Wenn nun alle Nachrichten beim Gegenüber ankamen wird der zu tippen beginnen. Einfach geduldig warten. Irgendwann wird er/sie seinen/ihren Bildschirm leicht drehen, mehrere Abfahrtszeiten zeigen und dann darf man die gewünschte wählen.
  7. Und nun kann man noch seinen Wunsch aussern. Wie, dass man z.B. am Fenster sitzen will.
  8. Reservierung stolz entgegen nehmen und damit glücklich sein.

Übrigens empfiehlt es sich generell viel Geduld nach Japan mitzubringen. Sie haben zwar ein tolles, öffentliches Verkehrsnetz, mit dem man schnell von A nach B kommt. Da braucht man zugegebenermassen bei uns in Österreich mehr Geduld (oder halt einfach ein Auto). Aber fürs Kommunizieren braucht es einfach Geduld. Und am besten alles in einfachen und klaren Sätzen mitteilen. Subjekt Verb Objekt. Fertig. Keine komplizierten Konstrukte. Die mögen zwar toll sein, und beweisen, wie gut man vielleicht Englisch kann. Hilft aber nix, wenn der Gesprächspartner nur ein paar Basics beherrscht.

Nachdem ich dann mein gewünschtes Ticket erstanden hatte, ging es wieder weiter mit Sightseeing. Der Imperial East Garden war dieses Mal das Ziel.

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Den Weg dorthin musste ich mir bei gefühlten 40 Grad, auf Asphalt, in der brütenden Sonne, zwischen Hochhäusern hindurch (siehe Bild oben) erkämpfen. Ja, die Füsse schmerzten bereits zu dem Zeitpunkt.

Und dann, bei Ankunft am Eingang, die Enttäuschung schlechthin: Der hat am Montag generell zu. Weswegen es nur diesen Eindruck hier von aussen gab:

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Wieder mal ein herrlicher Kontrast. Und das was man von dem Park sah, machte auch Lust auf mehr. Weswegen dies gleich mal für später (= anderer Tag) vorgemerkt wurde. Um es vorwegzunehmen: Natürlich war ich dann noch drin. Halt einfach ein paar Tage später am Samstag.

Mit dieser Enttäuschung war dann aber auch mein erster Tag in Tokyo zu Ende. Wie bereits erwähnt. Die Füsse schmerzten. Ich war müde. Jetlag. Langstreckenflug. Und und und.

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