Gsellmann’s Weltmaschine

Seit langem wieder einmal stand ein Ausflug in der Steiermark auf dem Programm. Nichts reisen, sondern schön in der Heimat bleiben. Das Ziel dabei: Mal wieder unsere Autos über eine etwas längere Strecke bewegen, also nicht nur in der Stadt. Gar nicht so einfach, im Winter. Wenn einer nicht Skifahren will und es zum Schneeschuhwandern einfach noch zu wenig Schnee hat 😦

Also musste mal Google zu einer Ausflugsidee befragt werden. Und zwar winter-taugliche. Nur: Da hat man das Problem, dass sich die ganzen Museen in der Steiermark hauptsächlich auf Graz konzentrieren. Dann gibt es noch viele Skigebiete und schon bleibt kaum noch was übrig. Aber mit etwas Googeln wurde ich fündig und fand Gsellmann’s Weltmaschine:

http://www.weltmaschine.at

Also gleich mal die Homepage anschauen, und wundern, was das denn ist. Und natürlich gleich mal den Freund fragen, was das denn ist. Die Reaktion von ihm: „Was, das gibt es noch? Da war ich als Kind mal. Das muss man gesehen haben.“ Gut, der Entscheid war somit also gefallen und wir hatten endlich eine Ausflugsmöglichkeit, um mein Auto mal wieder ausserhalb der Stadt zu bewegen.

Gestern ging es dann los. Bewaffnet mit Google Maps. Anders hätten wir auch kaum hingefunden. Denn die Weltmaschine befindet sich wirklich am Arsch der Welt. Der Weg dahin führt einige Kilometer „nur“ noch über eine schmale, kurvige Strasse, und ganz zum Schluss sogar über eine Schotterstrasse. Beim Einbiegen auf den Bauernhof kamen natürlich prompt die Fragen von mir: „Sind wir hier überhaupt richtig? Bist du dir wirklich sicher, dass das hier ist? Bist du dir wirklich sicher, dass es die überhaupt noch gibt?“, um dann mit der Bemerkung abzuschliessen „Wir sind bestimmt die einzige, die das Ding anschauen gehen.“

Nein, waren wir nicht. Als wir den Raum mit der Weltmaschine betraten, war gerade eine Vorführung im vollsten Gange, insgesamt waren es mit uns beiden dann doch etwa zehn Leute. Hätte ich nicht gedacht. Wir waren pünktlich zum zweiten Teil der Vorführung da. D.h. die Maschine wurde also mal eingeschalten. Und das war laut. So richtig laut. Irgendein ekelhaft hohes Geräusch gab es, das so richtig in den Ohren schmerzte. Es war nur noch mit Ohren zuhalten irgendwie auszuhalten. Zum Glück lief sie aber auch nicht lange.

Weiters gab es dann noch Erklärungen zum Bau der Maschine. Gebaut wurde diese von einem Bauern in den Jahren 1958 bis 1981. Der Bauer wollte eigentlich ursprünglich Elektriker werden, aber wie damals halt oft üblich, wurde daraus nichts. Stattdessen musste er auf dem elterlichen Hof mitarbeiten und diesen später auch übernehmen. Da er aber trotzdem seiner eigentlichen Leidenschaft frönen wollte, begann er mit dem Bau der Maschine. Hierbei hat er unter anderem Haushaltsgegenstände (z.B. einen Mixer, Teile einer Waschmaschine) und Teilen, die er auf Schrottplätzen fand, verwendet. Letztere hat er mit seinem Ochsengespann auf seinen Bauernhof transportiert. Dies wird alles auch schön mit alten Fotos dokumentiert.

Nachdem die Führung damit beendet war, wurden wir kurz mit der Weltmaschine alleine gelassen. Mit der Warnung „ja nirgendwo hinzugreifen, ansonsten seit ihr Faschiertes. Die Maschine ist nämlich nicht geerdet.“ Dies habe ich dann zum Fotografieren genutzt. Keiner, der mir ins Bild hüpft.

Später – wir wollten bereits wieder raus – kamen wir dann auch noch in den Genuss des ersten Teils der Führung. Hierbei wurden die Einzelteile der Maschine (so weit bekannt) erklärt, d.h. woraus sie bestehen und wie sie funktionieren. Nun liess sich endlich auch das unerträglich hohe Pfeifen erklären. Das waren nämlich Vogelpfeifen, die in der Maschine verbaut wurden, und die durch die Bewegung der Maschine zu pfeifen beginnen.

Die Führung selber wird übrigens von der Schwiegertochter des Erbauers abgehalten. Eine freundliche, ältere Dame, die sich hierzu gerne Zeit nimmt, und soweit möglich, auch de Fragen der Besucher beantwortet. Allerdings ist anzumerken, dass sich einfach nicht alle Fragen beantworten lassen, da heute keiner mehr genau weiss, wie die Maschine nun funktioniert.

Ebenfalls interessant anzumerken ist, dass man für diese Maschine auf keinen Falle eine Zulassung kriegen würde. Hängen doch teilweise auch die Kabel einfach irgendwo herunter, wie man auch auf den Fotos unschwer erkennen kann. Da sie inzwischen aber als Kunstwerk gilt, darf sie unter Aufsicht trotzdem eingeschaltet werden.

Alles in allem auf jeden Fall einen kurzen Ausflug wert. Von der Stadt Graz fährt man nicht lange hin (ca. 40 Minuten) und die Gegend an und für sich ist sehr schön. Man könnte danach auch noch weiter, zu anderen Ausflugszielen fahren, z.B. die Riegersburg oder die Schokoladenfabrik Zotter (erstere ist allerdings im Winter geschlossen und letztere wurde auf Grund der vielen Weihnachtskekse von mir gestrichen).

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