Lomography Konstruktor – Wie kann man sie benutzen?

Kurzgefasst: wie ein alte Kamera, eine richtig alte Kamera.

Detailliert bedeutet dies: Man muss sich zuallererst mal einen Film besorgen. Und wer sich etwas mit dem Thema Lomographie auseinandersetzt, weiss, dass man hierzu am besten einen Farbfilm benutzt. Also muss irgendwo mal ein Farbfilm her. Diese kriegt man immer noch, z.B. direkt bei Lomography, über Amazon, oder auch einfach beim Fotohändler des Vertrauens. Wer gerne mit verschiedenen Effekten herumspielen möchte, dem empfehle ich die Lomography Homepage (und nein, ich kriege kein Geld für diese Werbung – es ist wirklich nur eine persönliche Empfehlung). Dort findet man nicht nur normale Farbfilme, sondern auch solche mit hübschen Special Effects, wie z.B. einem Seifenblasen-Effekt auf dem ganzen Bild.

Filme habe ich also mal gekauft. Drei normale (zum Üben – die gibt es auch günstig im Set) und natürlich auch gleich einem mit einem Special Effect dazu. Man will ja schliesslich was ausprobieren und experimentieren. Für was anderes benutze ich die Kamera ja eh nicht. Für Urlaubsfotos gibt es nach wie vor die DSLR.

Diesen Film muss man dann mal einspannen. Wer das noch von früher kennt: Hierbei gibt es nichts Spezielles zu beachten. Einspannen halt. Für alle anderen ist das Einlegen des Filmes in der Anleitung beschrieben. Nicht vergessen: Der erste Teil des Films ist nach dem Einlegen bereits belichtet, d.h. bevor man das erste Foto schiesst, muss man den Film mal vordrehen.

Wenn dies alles geschafft ist (das Vordrehen passiert beim Konstruktor komplett manuell, d.h. durch drehen an einem Rädchen), kann man mit dem Fotografieren loslegen, d.h. man blickt mal durch den Sucher, stellt scharf, und drückt ab. Dabei gibt es aber wieder einige Punkte zu beachten:

  • Der Sucher: Die Bauart dieses Sucher ist man sich in meiner Generation schon nicht mehr gewohnt, weil sie den ganz alten Modellen von Suchern entspricht. Und zwar ist das einer, bei dem man von oben reinblickt und das Bild dann spiegelverkehrt sieht. Man hält hierzu die Kamera am besten auf Brust- oder Bauchhöhe und schaut dann durch. Wirklich viel zu erkennen ist dann auch nicht. Für’s Scharfstellen ist aber eine Lupe mit dabei, man kann also einen Bildausschnitt vergrössern und somit scharf stellen. Mit etwas Übung gewöhnt man sich allerdings schnell daran.
  • Die Belichtungszeit: Da kann man nichts einstellen. Diese ist fix auf 1/60 gesetzt. Und dabei bleibt es.
  • Die Blendenöffnung: Ebenfalls fix, f10.

Nun nochmals zurück zur Filmauswahl: Da Belichtungszeit und Blende fix sind, muss man sich also gut überlegen, was für einen Film man kauft. Denn nur noch mit der ISO des Filmes kann man etwas an der Belichtung ändern.

Mit diesem Wissen bewaffnet, kann man nun also mal ein Motiv fokussieren, scharf stellen und auf den Auslöser drücken. Nun ist es damit aber noch nicht getan. Der Film ist mal belichtet, und das Foto ist im Kasten, aber:

  • Der Spiegel ist immer noch hochgeklappt, den muss man manuell wieder runterklappen. Sonst sieht man für das nächste Foto gar nichts.
  • Der Film ist immer noch so, wie er ist. Würde man nun ein zweites Mal auslösen, dann würde man das Foto zwei Mal belichten. Womit man aber natürlich auch spielen kann und nochmals witzige Effekte erzielen kann. Einfach die Helligkeit hierbei beachten. Ein komplett überbelichtetes Bild macht auch keinen Spass. Wie auch immer, der Film muss nun manuell weitergedreht werden. Und hierbei braucht es Feingefühl, damit man merkt, wann das Rädchen ganz kurz wieder einrastet, weil man nur dann den Film um genau ein Foto weitergedreht hat.
  • Wenn dies nun alles geschafft ist, dann hat man netterweise noch einen Zähler. Den kann man auch um eins weiterdrehen. Damit weiss man, wie viele Fotos noch auf dem Film sind bzw. wie viele man bereits gemacht hat.

So, das war nun mal die doch etwas trockene Anleitung. Nun aber zum wahren Kern. Macht es Spass? Ja, macht es. Und wie. Zum einen ist die Handhabung etwas ungewohnt. Aber genau dieser doch eher schlechte Sucher, der macht mir richtig Spass, weil man dadurch doch etwas gefordert ist. Hinzu kommt, dass man sich wieder richtig Gedanken über die Fotos macht. Man hat ja nur 36. Und so ein Film ist auch nicht billig. Also fotografiert man auch nicht alles.

Was erschwerend hinzu kommt: Man weiss ganz genau, dass das Resultat eher von schlechter Qualität sein wird. Aber genau da liegt wieder um der Hauptanreiz für mich. Die Frage lautet nämlich: Welches Motiv sieht in schlechter Qualität auch noch toll aus? Also technisch nicht perfekt, mit einer Vignette versehen und ebenfalls viel Rauschen. Evtl. auch über- oder unterbelichtet. Halt qualitativ einfach nur grottenschlecht.

Und zu guter Letzt darf man natürlich auch die Spannung nicht vergessen. Die Kamera war nun vor etwas über einer Woche im Einsatz. Und seither nicht mehr. Und die ganze Zeit frage ich mich bereits, wie denn die Fotos wohl aussehen werden. Ich kann das Entwickeln kaum noch erwarten. Trotzdem gilt aber natürlich Zurückhaltung. Nur deswegen wird nun kein Film einfach mal durchgeknipst. Da muss ich mich also in Geduld üben. Und die Spannung steigt dabei.

Und die Resultate? Dazu kann ich noch nicht viel sagen. Das hängt aber bestimmt vom Film als auch vom Können des Fotografen ab. Sobald aber der erste Film durch ist, wird dieser gleich mal entwickelt, und ein Bericht hierzu wird folgen. Hoffentlich mit vorzeigbaren Bildern.

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