Rotlichtviertel und Cannabis

Neben den Grachten ist Amsterdam ja vor allem für sein Rotlichtviertel und den Konsum von Cannabis bekannt. Und sehr viele junge Leute reisen vor allem wegen letzterem dorthin.

Das Rotlichtviertel gehört wirklich zu jedem Amsterdambesuch dazu,  und so machten auch wir uns am unserem zweiten Abend in Amsterdam auf den Weg dorthin. Wurden aber leider eher bitter enttäuscht, denn sonst was.

Warum? Naja, zum einen war kaum was los, d.h. im herkömmlichen Sinne. Man geht ja schon ins Rotlichtviertel, um die Damen in den Fenstern sitzen zu sehen. Ab und zu war auch eine zu finden, aber leider doch eher selten. Und auf der anderen Seite war auch wieder viel zu viel los. Viel zu viele andere Touristen.

Und da haben wir auch schon den Grund, warum kaum noch Frauen dort arbeiten. Durch die Touristenmeuten bleibt nämlich die Kundschaft weg. Nur wenige Männer wollen es riskieren, zufällig beim Betreten eines dieser Kämmerchen von einem Touristen fotografiert zu werden. Und zum anderen sind diese Kämmerchen wohl auch sehr teuer zu mieten. Ich habe die Zahlen nicht mehr ganz im Kopf, aber so weit ich mich erinnern kann, muss eine dort arbeitende Dame pro Abend mindestens drei Kunden haben, nur um mal die Miete zu decken. Also alles andere als ein einfacher Job.

Hinzu kommt, dass ich mich auch die ganze Zeit fremdschämen musste. Dieses ganze Gegaffe. Und dann vor allem das freche Fotografieren von den arbeitenden Damen. Wird man doch überall darauf hingewiesen, dass dies zum Schutz der Privatssphäre der Damen nicht erlaubt ist.

Nun mag sicher der eine oder andere argumentieren, dass sie halt nicht dort arbeiten sollen, wenn ihnen ihre Privatssphäre wichtig ist. Denen sei aber gesagt, dass dies ein Job ist, dem wohl kaum eine Frau freiwillig nachgeht. Und wenn man schon diese Arbeit machen muss, dann könnte man von seinen Mitmenschen mindestens so viel Respekt erwarten, dass die Privatsspähre geachtet wird.

Deswegen gibt es von mir auch kaum Fotos. Auf dem einen ist die schmalste Gasse Amsterdams zu sehen (welche sich im Rotlichtviertel befindet) und auf dem anderen Foto eine Reihe von unbesetzten Schaufenstern.

Und ein weiterer Grund, warum es so viele nach Amsterdam zieht, ist der Konsum von Cannabis. Und das war auch mit der Grund, warum ich ein wenig Angst hatte, vor unserem Amsterdambesuch.

Ja, über gewisse Dinge sollte man vielleicht vorher reden. Nur: Wir trinken beide wenig, rauchen nicht, und konsumieren auch sonst keine Drogen, weswegen der Cannabiskonsum  nie ein Thema war. Und so spazierte ich zwei Tage lang ängstlich durch Amsterdam. Ängstlich deswegen, weil ich befürchtete, dass mein Freund bei irgendeinem der vielen Coffee-Shops auf die Idee kommt, denen ein Besuch abzustatten.

Bis wir nach zwei Tagen in einem Viertel waren, wo es von eben solchen nur so wimmelte. Und entsprechend süss war die Luft. Da erst hat sich dann zum Glück herausgestellt, dass mein Freund genau so wenig Interesse daran hat, einen Coffee Shop zu besuchen, wie ich.

Es ist auch anzumerken, dass wir da das Durchschnittsalter wohl massiv in die Höhe gezogen hätten. Waren doch die meisten Coffey-Shop Besucher definitiv noch Teenager. Ebenfalls sahen alle Coffee-Shops von aussen sehr ranzig aus. Ich glaube fast, dass wir auch keinen besucht hätten, wenn wir es vorgehabt hätten. Hätte uns doch das ranzige Äussere davon abgehalten, einen zu betreten.

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2 comments

  • Amsterdam war (und ist vielleicht noch) eine Stadt der Freigeister. Vorurteilsfrei war sie, jeder konnte sein, wie er ist. Freunde von mir lebten dort 2 Jahre. Selbst war ich vielleicht mehrere Dutzend mal dort. Schon als junger Mann (auch die Abschlussfahrt der 10. Klasse bevor sich in der 11 alles aufteilte) und immer wieder, auch durchs ⛵. In den letzten Jahren waren erstmal nationalistische Töne im Zentrum der Toleranz zu vernehmen. Wir, als Freunde damals und jetzt Familie oder Freunde konsumieren kein Cannabis. Für mich gab es wenig Orte mit so großer Offenheit. Als Eindruck für Dich, falls Du nochmals dieser Stadt einen Besuch abstatten möchtest… 😊 LG

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    • Prinzipiell habe ich Amsterdam sehr positiv erlebt. Mit dem Rotlichtviertel hätte ich auch kein Problem gehabt, wären da nicht die vielen Touristenmassen gewesen. Es gibt halt einfach Dinge, die ich nicht mag. Und das sind gaffende und fotografierende Touristen, wenn extra darauf hingewiesen wird, dass man das Fotografieren doch bitte unterlassen soll. Ist genau so ein No-Go, wie wenn man z.B. während einer buddhistischen Zeremonie Fotos macht oder gar mit dem Handy filmt.

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