Mit Schal und Leggins durch die Moschee

Nach langer Zeit nun endlich mein erster Bericht über Marokko. Nachdem die Reise nun bereits über drei Jahre her ist, und diverse schlechte Erinnerungen verarbeitet wurden (mehr dazu in späteren Berichten), konnte ich mich nun endlich dazu aufraffen, die alten Fotos aus Marokko zu bearbeiten. Was es natürlich wert ist. Denn, auch wenn die Reise definitiv die schlechteste überhaupt war, so lag das nicht am Lande. Denn Marokko ist sehr interessant und hat natürlich auch für jemanden, der gerne hinter der Kamera steht, ausserordentlich viel zu bieten.

Und eines dieser Highlights wurde gleich am ersten Tag meiner Reise bestaunt. Ausgestattet mit Leggins unter dem kurzen Rock und einem Schal (Knie und Schulter brav bedeckt) ging es los in Richtung Hassan-II.-Moschee. Die weisse Moschee in Casablanca direkt an der Atlantikküste.

Und der erste Eindruck war: Das Ding ist ja riesig! Und das stimmt in dem Fall auch, das Minarett ist das derzeit höchste Minarett. Und die Moschee selber bietet Platz für 25.000 Personen. Um den Gesamteindruck zu bannen, musste deswegen gleich als allererstes das Weitwinkel ausgepackt werden. Anders hätte man gar keine Chance gehabt, die Moschee als solches auf ein Bild zu kriegen. Ausser, man setzt sich nochmals ins Auto oder in den Bus und fährt ein wenig weiter weg, was wir dann auch nach der Besichtigung noch getan hatten.

Die Moschee erstrahlt in einem wunderbaren weiss und bietet zahlreiche kleine Details, die das Fotografenauge anziehen. Nach einer leider viel zu kurzen Betrachtung des Bauwerkes von aussen (übrigens einer der Nachteile einer organisierten Rundreise, und einer der Gründe, weswegen diese Reise zur schlechtesten meiner Reisen wurde) ging es dann auch schon in die Moschee rein. Beim Eingang kriegt man eine Plastiktüte für die Schuhe überreicht, weil eben diese im Innern verboten sind. So darf man dann Barfuss oder in Socken herumspazieren und seine Schuhe in der Tüte bei sich tragen. Wohl einer der grossen Unterschiede zu Japan, dort gibt es ausserhalb solcher Gebäude ein grosses Regal, wo jeder seine Schuhe deponiert und auch problemlos wiederfindet. In Marokko aber undenkbar.

Innendrin ging die Pracht weiter. Wieder viele kleine Details. Und auch tolle Lichtstimmungen. Leider aber, ist man natürlich nicht der einzige Besucher, was das Fotografieren nicht gerade eben leicht macht.

Weiter geht es dann, nach den Gebetsräumen, mit den Waschräumen der Männer. Auf einer Führung wird man übrigens immer durch eben diese geführt, weil es uns Frauen sehr wohl erlaubt ist, die Räume der Männer zu betreten (zumindest uns Touristinnen), den Männern jedoch nicht, die Räume der Frauen zu betreten. Auch diese beeindrucken wieder durch ihre Pracht und Grösse und laden selbstverständlich zum Fotografieren ein.

Alles in allem also ein sehr lohnenswertes Ziel und jedem durchaus zu empfehlen.

Und jetzt noch ein paar Worte bezüglich Kleidung: Es mag jetzt wohl einigen vielleicht ein Dorn im Auge sein, dass bei uns Frauen Knie und Schulter bedeckt sein müssen. Diejenigen will ich aber daran erinnern, dass sowas durchaus auch in katholischen Kirchen üblich ist. Wie oft habe ich beim Betreten einer katholischen Kirche schon einen Schal aus einem Fundus ausgehändigt gekriegt, um damit meine Schultern zu bedecken.

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