Wenn man tolle Fotos machen könnte – und die Gelegenheit dazu einfach nicht kriegt

Nach den vielen Highlights in Fes (Königspalast in Fes – oft hat man Pech, Fes – Impressionen der Stadt, Der Höhepunkt der Marokko-Reise: Der Zouk in Fes und Wo die Lederjacken herkommen) ging es tags darauf weiter nach Erfoud. Eine Tagesreise durch das Atlas-Gebirge stand uns bevor.

Und da schlägt das Fotografenherz natürlich gleich höher. Gebirge. Landschaft. Viele tolle Fotos. Um sicher zu gehen, dass ich hierbei auch wirklich auf meine Kosten komme, habe ich noch ganz schnell mit dem Reiseleiter geprüft, ob wir dann auch zwischendurch mal zum Fotografieren anhalten. Was mir auch gleich bestätigt wurde.

Also habe ich mich voller Vorfreude und beruhigt in den Bus gesetzt. Kein Stress, die vorbeisausende Landschaft festzuhalten. Wir halten ja an Aussichtspunkten an. Soweit zur Theorie.

Die Praxis sah dann so aus:

Erster Stopp: Ein Dorf in den Bergen, welches ausschauen soll wie ein Schweizer Dorf. Als Schweizerin kann ich sagen: Nein. Tut es nicht. Nun gut, sie haben Giebeldächer. Aber das war es dann auch schon mit der Ähnlichkeit. Bilanz: Ein Foto eines Löwenkopfes.

IMG_8552.jpg

Zweiter Stopp: In irgendeinem Wald. Zwecks Affen fotografieren. Gut, die Affen waren überhaupt nicht menschenscheu, so dass mir theoretisch einige tolle Fotos von ihnen hätten gelingen können. Aber das Licht… Wald. Die Sonne knallt runter. Auf den Fotos gibt das also ein überhaupt nichts schönes und überhaupt nicht erwünschtes Muster zwischen Licht und Schatten. Bilanz: Elf Fotos von Affen, die zwar hübsch posieren, dafür aber bei sehr schlechten Lichtverhältnissen. Die Auswahl der besten:

Dritter Stopp: Nachdem wir schon alle öfters gefragt haben, ob wir denn nun endlich wieder anhalten können, weil viele von uns aufs Klo mussten, war es dann endlich so weit: Mittagspause. Schnell abgesetzt in einem Restaurant, wo sich zuerst mal die lange Schlange vor dem Klo bildete, und dann durfte gegessen werden. Natürlich alles wieder schnell, schnell. Für nichts blieb Zeit. Mal abgesehen davon, dass das Dorf in einem Talkessel lag. Landschaftsfotos hätte ich dort keine machen können. Bilanz: Kein einziges Foto.

Vierter Stopp: Kurz vor Erfoud. Endlich. Ein Fotostopp. Irgendein Dorf in einem kleinen Tal durften wir bewundern. Nur: Auch das waren wieder nicht die erhofften Landschaftsfotos. Bilanz: Fünf Fotos die es wahrscheinlich nicht mal in mein Fotobuch schaffen werden. Hier das „beste“ davon (und auch hier habe ich mir noch lange überlegt, ob ich es überhaupt herzeigen soll):

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Und nun zu meinen erhofften Landschaftsfotos: Da gibt es keines. Kein Einziges. Nichts. Nada. Warum? Nicht etwa, weil es keine Aussichtspunkte gegeben hätte. Nein, die gab es in der Tat zu Hauf. Richtige Aussichtspunkte. Mit Parkbuchten. Wo auch locker ein Reisebus Platz gehabt hätte. Hätte… Tja. Angehalten haben wir nämlich an keinem einzigen. Und um das Fotografieren aus dem Fenster raus habe ich mich nicht geschert, denn:

  1. So eine Glasscheibe spiegelt (übrigens insbesondere, wenn man mit Blitz fotografiert… Auch wenn es vielleicht auch heute noch nicht alle glauben wollen – ja, ich kleine Besserwisserin…)
  2. So eine Glasscheibe ist nicht immer ganz sauber.
  3. Man bewegt sich ja selber. Man braucht also eine kurze Belichtungszeit, damit das ganze noch scharf ist. Das bedingt dann je nach Lichtverhältnissen wieder eine hohe ISO, und dann rauscht das Foto auch noch.

Zudem bestand uns ja übrigens noch eine weitere Fahrt durch das Atlasgebirge bevor. Und die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt. Dazu aber später mehr.

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