Völkerkunde in Spittal

Fotos: Sarah (sarahreist.at)
Text: Georg (Sarahs Freund)

Spittal/Drau, ca. 15.500 Einwohner stark, Bezirkshauptstadt des gleichnamigen Bezirks und urbanes Zentrum Oberkärntens (Quelle: Wiki). Ein paar Fotos vom Stadtpark und dem Schloss Porcia (gebaut zwischen 1534 und 1597/98, ja, man hat wirklich sechs Jahrzehnte daran herumgedoktert).

Vor dem Schloß findet sich ein Pranger mit Schwertarm, manch österreichisches Schulkind kennt die Darstellung aus dem Geschichteunterricht bzw. Geschichtsbuch. Selbiger war auch im Einsatz, der Pranger, nicht der Schwertarm.

„Versteckt“ im Schloss, nach der Kassa für die Komödienspiele, befindet sich das lokale Volkskundemuseum mit gut 20.000 (!) Exponaten aus der Region. Krampus- und Brauchtumsmasken…

… ein komplett eingerichtetes Volksschulklassenzimmer mit Rechenschiebern, Rechtschreibregeln, Karten, historischen Darstellungen (stark heroisierte und „leicht“ deutschnationale Vergangenheitsdarstellungen, dem Zeitgeist der ersten Hälfte des vorigen Jahrhunderts entsprechend), Schultaschen, -bänken usw…

… bis hin zu einer umfangreichen Sammlung von Fotoapparaten, teils selbstgebaut, teils von ihren ehemaligen Besitzern käuflich erworben…

… ja, sogar ganze Hütten, Bergsteigerausrüstungen, Rettungsutensilien…

… sowie das „Fürstenzimmer“, ein Prunkraum samt Himmelbett, Kamin, zweier Spiegel für sie und ihn und einigen Gemälden, finden sich auf dem ersten Stockwerk der Permanentausstellung, die in den 50er Jahren des vorigen Jahrhunderts eingerichtet worden ist.

Im Stockwerk darüber wird es richtig spannend: Kutschen, Werkzeuge in allen Größen, Formen und Farben, Maschinen, seien es Mühlen, Getreiderüttler, Equipment zur Seilherstellung, zum Gerben, Brauen, Käsen, ganze Bauernstuben und ein komplett eingerichteter Greißler, alles, was im Raum Oberkärnten je in Bauernstuben und auf Bauernhöfen zum Einsatz kam bzw. in Gebrauch war. Foto 7 zeigt übrigens ein gebrochenes Hufeisen, das an einer Ochsenbeschlagvorrichtung hing, welche man aufs erste Hinschauen für eine Hebevorrichtung schwerer Baumstämme halten würde. Ochsen sind halt keine Kälber ;).

Fazit: Es zahlt sich aus. Wirklich! Und wenn man brav und schön leise ist, ist es sogar möglich, einen Blick auf das Ensemble der Komödienspiele Porcia zu erhaschen, wenn sie proben, allerdings nur im Hochsommer, und dann auch nicht immer ;). Im Museum findet sich übrigens auch eine begehbare Panoramaaufnahme Kärntens, zum Auffrischen der eigenen geographischen Kenntnisse. Samt Lupen, Ratequiz und Filzschlapfen. Kärnten is lei anders, auch bei der Einrichtung seiner Museen!

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