Ein Sommer in Kärnten

Urlaub trotz Corona sollte es sein. Und zwar zu den Bedingungen:

  • einigermassen leistbar
  • ohne eine Grenze dazwischen
  • die Möglichkeit zu baden

Ein weiteres Kriterium war, dass es in Kärnten sein soll, da wir ja auch noch ein Mädelswochenende in Kärnten geplant hatten. Mein Plan sah also vor, dass ich am Freitag schon mal nach Kärnten fahre und mein Freund mich dann dort abholt.

Die Wahl fiel dann auf den Klopeinersee. Für uns ideal. Nicht zu weit weg und als Badesee bekannt. Soll er doch über eine gute Wasserqualität verfügen. Und eine gute Pension fanden wir auch noch. Gut und leistbar. Und mit eigenem Strandabschnitt. Also gleich mal gebucht.

Und wie es halt so ist, hat man in Österreich nicht unbedingt an jedem Tag ein strahlend schönes Badewetter. So war das natürlich auch bei uns, wobei wir uns nicht beklagen können. Immerhin konnten wir an fünf von sieben Tagen baden, und hätten es eigentlich auch an sechs von sieben können. Der eine lag an unserer Fehleinschätzung. Es sah halt regnerischer aus, als es dann in Wirklichkeit war.

Diesen einen Tag verbrachten wir in Klagenfurt. Kärntens Hauptstadt. Und ja, man kann es Stadt nennen, immerhin ist die Einwohnerzahl knapp sechstellig.

Fussgängerzone in Klagenfurt

Als erstes zog es uns in die Fussgängerzone. Fussgängerzone verspricht im Allgemeinen ja die eine oder andere hübsche Ecke, bzw. Sehenswürdigkeit. Da muss ich allerdings sagen, dass ich von der Fussgängerzone in Klagenfurt doch eher enttäuscht war. Ja, hübsche Ecken gab es. Ja, auch Sehenswürdigkeiten gab es. Nur: ich hätte sie mir doch etwas grösser und interessanter vorgestellt. Immerhin stamme ich selber aus einer ähnlich grossen Stadt, und die hat dann doch viel mehr zu bieten… (vielleicht bin ich da auch voreingenommen, möge das bitte jemand, der sowohl Klagenfurt, als auch Luzern kennt, objektiv beurteilen).

Landhaus Klagenfurt

Jedenfalls hatten wir die Fussgängerzone schnell besichtigt und schlossen unseren Rundgang mit dem wohl bekanntesten Denkmal in Klagenfurt ab, dem Lindwurm. Dazu fiel mir dann nur ein Satz eines Bekannten ein: „Nach Klagenfurt fährt man nur für das eine Foto vom Lindwurm.“ Gut. Dieses eine Foto hätte ich ja nun. Und die Enttäuschen war gross. War das wirklich schon alles?

Lindwurm

Mein Freund gab selber noch nicht so schnell auf, und befragte die diversen Apps, ob es in der Nähe noch was gibt. Und er wurde auch tatsächlich fündig. In der Nähe des Lindwurms fand er noch das Wörthersee-Mandl. Das ist zwar kleiner, als der Lindwurm, aber meiner Meinung nach definitiv fotogener. Übrigens: Relativ kurz nach unserem Besuch badete eine Männergruppe nackt beim Wörthersee-Mandl (https://www.5min.at/202008305111/kurios-maennergruppe-badete-nackt-beim-woertherseemandl/)

Wörthersee-Mandl

Gut, nun war es später Vormittag und es war klar, dass es kein regnerischer Tag wurde. Wären wir also besser am Klopeinersee geblieben und hätten den Tag zum Baden genutzt. Aber zurückfahren wollten wir dann so schnell doch nicht. Und da gab es ja noch was: Die Minimundus. Da waren wir beide bereits. Bei beiden war das vor über 30 Jahren der Fall. Warum also nicht mal alte Kindheitserinnerungen auffrischen?

Akropolis

Gesagt getan sind wir zu Minimundus gefahren. Die Minimundus ist ein Miniaturenpark, und zeigt Miniaturmodelle von bekannten Bauwerken. Die meisten im Massstab 1:25. Hier kann man sozusagen die Welt an einem Nachmittag besichtigen. Und so machten wir uns auf, brav den Pfeilen folgen, welche einem wie beim Ikea durch die Miniwelt hindurchschleusen.

Die Pfeile gehen dabei kreuz und quer, aber man kommt bei allen Modellen vorbei, schön in auffolgender Nummerierung. Und zu jedem Modell gibt es auch eine kleine Infotafel. Mit, leider, etwas zu wenig Informationen. Mich hätten oft noch mehr Hintergrundinfos zu den Bauwerken interessiert. Aber die muss man dann halt selber nachschlagen.

Borobudur-Tempel

Es ist allerdings anzumerken, dass die Minimundus eher für Familien gedacht ist, denn für ein kinderloses Pärchen. Für Kinder gibt es auch eine Art Heft, mit Rätseln drin, welche sie in der Minimundu lösen können. Und somit ist ein Besuch für Familien sicherlich interessanter, als es für uns war.

Rila-Kloster

Für mich persönlich bestand dann die Herausforderung darin, möglichst Fotos hinzukriegen, ohne andere Personen im Hintergrund. An einem strahlend schönen Sommertag mitten in den Schulferien ein Ding der Unmöglichkeit. Bei dem einen oder anderen gelang es mir dann aber doch ganz gut. Vor allem bei den kleineren Modellen.

Und, wo kriegt man schon ein Foto von der Oper in Sidney mit dem Petersdom im Hintergrund hin?

Oper von Sidney und Petersdom

Ebenfalls war es schön, wenn Erinnerungen an vergangene Reisen geweckt wären. Diese „ach-dieses-Gebäude-sah-ich-schon-in-echt-Momente“ sind doch einfach herrlich. So unter anderem bei der Nationalbibliothek von Mexiko.

Nationalbibliothek von Mexiko

Ebenfalls gelang es mir endlich, ein Foto vom oberen Belvedere mit Spiegelung im Brunnen ohne störende Touristen zwischen Schloss und Brunnen zu machen. Im Minimundus ist sowas ganz leicht, weil da einfach keiner hingehen darf.

Schloss Belvedere

Eines der Highlights ist aber definitiv der Petersdom. Auf dem Rundgang befindet er sich in der zweiten Hälfte, so dass man einen guten Eindruck von der Grösse bekommt. Hat man doch die anderen Gebäude schon als Modell gesehen. So sieht man erst, wie gross der Petersdom ist. Ohne Weitwinkel passt er jedenfalls nicht „von vorne“ aufs Foto.

Petersdom

Ein weiteres Higlight war auch der Raketenstart, dieser wird sogar animiert.

Neben den ganzen bekannten Higlights sieht man aber auch das eine oder andere bisher noch unbekannte Gebäude. Da tun sich einem Orte auf, an die man gerne reisen würde, sobald es dann wieder erlaubt ist, wie wäre es z.B. mit Guatemala?

San Andres Xecul

Neben all den hier hochgeladenen Gebäuden gibt es noch viele weitere. Es lohnt sich also durchaus einen kurzen Abstecher in die Minimundus zu machen, wenn man schon in der Gegend ist. Allerdings würde ich euch nicht empfehlen, dafür eine mehrstündige Fahrt in Kauf zu nehmen.

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