Auf den Spuren meiner Kindheit

Das Verkehrshaus ist mit Sicherheit das Museum, in welchem ich mit einem grossen Abstand zum zweiten Platz die meiste Zeit verbracht habe. Das liegt zum einen daran, dass wir früher immer die Jahreskarte hatten und zum anderen an der Grösse. Es ist einfach viel zu einfach den kompletten Tag im Verkehrshaus zu verbringen.

Und da der Urlaub dieses Jahr auf den Spuren meiner Kindheit war, durfte ein Besuch im Verkehrshaus auf keinen Fall fehlen. Und so ging es auch dieses Mal wieder dahin. Wurde auch Zeit, der letzte Besuch liegt schon etwa um die neun Jahre zurück (shame on me).

Los ging es mit den Eisenbahnen. Da war leider die halbe Ausstellung auf Grund von Renovierungsarbeiten geschlossen. Und somit hätte ich schon den idealen Vorwand, weswegen ich bald mal wieder hin muss. Nichts desto trotz kann man sich gut und gerne in der anderen Hälfte der Halle bis zu einer Stunde beschäftigen. So sieht man alte Dampfloks, als auch die erste Rigi-Bahn und alte Strassenbahnen, welche noch von Pferden gezogen wurden.

Da sich meine Begeisterung über Eisenbahnen allerdings in Grenzen hält, ging es dann doch bald mal weiter zu den Autos. Die Autohalle, gemeinsam mit der Flughalle, sind definitiv meine Favoriten. Und entsprechend lange kann ich in der Autohalle verweilen.

Vor allem gibt es da auch einfach zu viele Gelegenheiten für schöne Fotos von alten Autos. So dachte ich mir das zumindest. Nur: vor neun Jahren besass ich zwar bereits meine erste Spiegelreflexkamera (die gute alte Canon EOS 450D), aber damit auskennen tat ich mich noch nicht wirklich. Und so ist mir dann nicht aufgefallen, dass die Beleuchtung in der Halle leider nicht zum Fotografieren geeignet ist. Da müsste man entweder ein Stativ mitbringen, oder aber es mit einem Blitz versuchen. Beides hatte ich nicht dabei, und das Resultat war nun ein grosser Ausschuss, da die Fotos alle rauschen.

Nichtsdestotrotz war die Autohalle wie immer ein Besuch wert. Begonnen haben wir gleich mit meinem persönlichen Highlight: dem Crashtest. Mit 10 km/h fährt man ungebremst gegen eine Mauer. Das ganze natürlich kontrolliert durch das Personal. Die Brille musste ich abgeben, Gurt und Kopfstütze wurden davor geprüft, und einige Fragen zum Gesundheitszustand waren auch zu beantworten. So gerüstet ging es dann los und ich spürte mal wieder den Aufprall mit 10 km/h. Für jeden absolut empfehlenswert, weil auch dieser Aufprall ist nicht ohne.

Weiter ging es mit der Formel 1 Abteilung. Die war neu. Und es war auch unverkennbar, wer diese wohl gesponsort hat… Da standen nicht nur Formel 1 Autos (die dank dem Licht gar nicht zu fotografieren waren) sondern auch diverse andere Mobile dick und fett mit einer gewissen Marke bedruckt. Naja, es muss einem nicht alles sympathisch sein.

Dann wurden noch ein paar hübsche Oldtimer fotografiert, bevor dann das Autotheater losging. Auch bei diesem wurde gleich zu Beginn klar, wer hier der Sponsor ist. Das erste gezeigte Auto hat es unmissverständlich klar gemacht. Über die weiteren durfte dann abgestimmt werden. Und wer nun hofft, dass dies was zum Fotografieren wäre: nein. Die Autos werden mit einem gelben Licht angeleuchtet…

Nach der Autohalle war es Zeit für eine kurze Mittagspause, bevor es dann mit der Schifffahrt und dem Tourismus weiterging.

Schiffe… Ja, Schiffe… Sind halt so gar nicht mein Fall. Deswegen gibt es hier auch nichts dazu zu sagen. Für mich gilt in der Halle normalerweise: so schnell wie möglich hoch, zu meinem Highlight: Der Kugelbahn. Hach, die gibt es schon seit meiner Kindheit und seit meiner Kindheit liebe ich sie. So sehr, dass ich doch glatt vergass, ein Foto davon zu machen.

Auch bezüglich den restlichen Ausstellungsstücken ist der Tourismusbereich interessanter. So gibt es eine grosse Karte der Schweiz, als auch alte Gondelbahnen. Wusstet ihr, dass es früher in Grossraumgondeln auch mal zwei Klassen gab? Eine zweite zum stehen und eine erste mit Tischen und Stühlen drin. Ebenfalls ein Highlight sind die „Sicherungsbügel“ bei den ersten Sesselbahnen. Da würde sich heute wohl kaum noch einer sicher fühlen.

Mein persönliches Highlight aber war diese gelbe Ei. Das war tatsächlich in Betrieb und eine Gondel, welche für zwei Personen gedacht war.

Ganz zum Schluss kam dann noch die Flughalle. Auch hier hat sich einiges geändert, bzw. wird gerade noch einiges geändert. Mein altes Highlight, die alten Swissairmaschinen, kann nur noch von aussen bestaunt werden. In die eine konnte man früher reingehen, zur anderen führte eine Treppe hoch und man konnte reinschauen. Alles weg. Also, die Maschinen gibt es schon noch, die neueren draussen, als Sonnendach und die ganz alte drinnen, aber halt ohne Treppe.

Dafür gab es eine neue Ausstellung über die Rega. Vor meiner Auswanderung war ich da ja auch immer Mitglied. Bin ich doch viel am Reisen, und, naja, man weiss ja nie. Das Highlight dieser Ausstellung: Ein ausgemusterter Flieger, mit zwei Intensivbetten. Und dank Corona mit Privatführung. Maximal ein Haushalt darf zur gleichen Zeit rein, brav mit Mundschutz und einem Mitarbeiter des Verkehrshauses. Der einem dann alles auch sehr geduldig erklärt.

Die Weltraumausstellung war dann teilweise leider eine Baustelle. Auch diese wird gerade umgebaut. Konnte man doch früher in so eine Rakete rein – die war da nicht mehr. Naja, der offene Teil war trotzdem sehr interessant. Vor allem die Aufnahmen des Mondfahrzeuges. Fahren da oben schaut ja so richtig spassig aus.

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