Back to the Basics – ein Erfahrungsbericht

Die Fotografie begleitet mich nun mehr seit über 30 Jahren. Mal mehr oder weniger. Begonnen hat alles damals, mit dieser Kamera:

Ja, das Foto ist unscharf – aber ich habe sie bei einem Besuch bei meinen Eltern irgendwann nach Mitternacht wieder entdeckt. Und damals – mit meinem alten Handy – bei schlechtem Licht…

Diese Kamera wurde mir von meinen Eltern zu meinem siebten Geburtstag geschenkt. Und von da an ging es los mit der Knipserei. Meine Eltern mussten wohl noch lernen, dass sich das durchaus als ein teures Geschenk entpuppte. Musste man damals doch noch Filme einlegen. Und ja, obwohl ich den manuell vorwärts bewegen und auch manuell zurückspulen musste, wurden doch einige verknipst. Sie war ja auch fast zehn Jahre lang im Einsatz.

Danach folgte eine kleine Pause, bis ich dann, endlich selber Geld verdienend, mich dazu entschied, eine Canon 450D zu kaufen, das war 2008. Und da begann ich mich das erste Mal ernsthaft mit der Fotografie auseinanderzusetzen.

Weiter ging es dann im Jahre 2015 – da wurde umgerüstet – auf die Canon 6D, die mich bis Ende dieses Jahres begleitete, und ganz die kleine Prinzessin konnte ich dem Papa diese hier abschwatzen:

Und von nun an packte mich das Fieber wirklich – hatte ich doch viel Geld investiert. Das musste nun auch genutzt werden.

So ging es fünf Jahre dahin, bis irgendwann die Lust komplett weg war. Mein Freund schlug mir schöne Ausflüge vor, so dass ich dort vielleicht mal wieder fotografiere – aber alles wurde in den Wind geschossen. Nur noch das Fotografieren auf Reisen war interessant genug. Alles andere: fad, langweilig, schon vielfach gesehen, nichts neues mehr, …

Und dann kam dieser fiese kleine Virus, und auch die letzte Bastion der Fotografie in meinem Leben ist weggefallen. Aber auch die Rettung war Gott sei Dank da. Mir wurde empfohlen, mich doch einfach wieder auf die Basics zu besinnen und den Basiskurs vom Shootcamp zu absolvieren.

Zuerst war ich noch skeptisch – aber am gleichen Tag fand ein Webinar statt – und dieses war gratis. Also, warum sich das ganze nicht mal anhören? Und irgendwie klang es überzeugend, so dass ich mich voller Freude angemeldet habe.

Der Kurs selber hat dann auch einfach nur auf allen Linien überzeugt. Geglieder ist er in insgesamt sieben Module. Diese bestehen jeweils aus einem Theorie-Teil als auch aus praktischen Übungen. Zwischen den einzelnen Modulen verstreicht jeweils eine Woche, so dass man genug Zeit für die Übungen hatte. Natürlich kann man es auch langsamer angehen.

Der Kurzs ist komplett online, d.h. für den Theorieteil gibt es Videos. Und die sind wirklich gut. Mir gehen andere Leute bei solchen Videos schnell mal auf die Nerven (Kamerapräsenz, Stimme, Stottern, … da gibt es vieles, was nerven kann). Bei diesem Kurs war das nicht der Fall. Die Videos sind gut aufbereitet und man bleibt gerne dabei. Ein Vorteil der Videos: Man kann auf die Stopp-Taste drücken, wenn man sich gemütlich was notieren will. Und natürlich kann man sich das Video immer wieder anschauen. Ein Nachteil: Man kann keine Fragen stellen.

Hier kommt aber bereits der nächste Vorteil des Shootcamps ins Spiel: Das ganze ist nicht „nur“ ein Kurs, sondern dahinter steckt eine inzwischen grosse Community. Dort kann man Fragen stellen. Ebenfalls wird dies moderiert von den Betreibern, d.h. man kriegt auch Antworten. Natürlich nicht immer sofort, aber mir war das in dem Falle egal.

Zum Inhalt des Kurses: Für Neulinge wage ich zu behaupten, dass es ein absoluter Traum ist. Für mich war natürlich vieles Wiederholung (ja, das Belichtungsdreieck kenne ich wirklich bereits zur genüge), anderes wiederum war zwar nicht neu, aber das habe ich in den letzten Jahren einfach vernachlässigt. So ertappte ich mich ziemlich schnell dabei, dass ich irgendwie nie auf die Idee kam, den Weissabgleich auf meiner Kamera mal selbst einzustellen. Ja kann man, und nein, es ist nicht schwierig. Und das Resultat: viel weniger Aufwand beim Bearbeiten der Fotos.

Viel wichtiger für mich als diese vernachlässigten technischen Sachen jedoch waren die Denkanstösse, die ich in der Zeit gekriegt habe. So z.B. die Anregung, die Kamera auch auf den „ausgetretenen“ Pfaden mal dabei zu haben und dort bewusst nach Motiven suchen und diese auch Fotografieren. Ein paar Eindrücke hiervon habe ich bereits hier veröffentlicht.

Ebenfalls wurde ich dazu angeregt, mal neues auszuprobieren, und so sind diese Fotos hier entstanden:

Aufgenommen wurden die Fotos auf dem Heimweg von der Arbeit – mit meinem Handy. Und ja, über die Bearbeitung lässt sich streiten. Ich habe es teilweise sehr bewusst übertrieben. Warum auch nicht? Ich kann ja? Und über Geschmack lässt es sich sowieso immer streiten. Ich jedenfalls schaue die Fotos gerne an, erinnern sie mich doch an zwei Dinge:

  • Dass mir die Fotografie Spass macht, weil bei den Fotos kam die Freude wieder zurück.
  • Aber auch, dass man sich öfter einfach mal Zeit für sich nehmen muss. Ja, da habe ich das Glück, dass ich „nur“ etwa 30 Minuten brauche, wenn ich zu Fuss heim gehe. Die Zeit ist aber auf jeden Fall Gold Wert. Da es Zeit ausschliesslich für mich ist und ich mich nicht stressen muss.

Neben diesen ganzen Anregungen und Wiederholungen kam es dann irgendwann – das gefürchtete Modul des Blitzens. Damit beschäftigt habe ich mich schon mal, aber ich und mein Aufsteckblitz wurden nie Freunde. Aber ich hatte den Kurs ja bezahlt, also bin ich da tapfer durch. Und das Resultat:

Und da sind sie – drei gute Fotos meiner schwarzen Katze. Fotos, auf denen sie nicht ein schwarzes, licht-absorbierendes Etwas ist. Sondern durchaus als hübsche Katze erkennbar. Ich bin begeistert. Und warum ist das so? Weil ich endlich gelernt habe, dass man sich auch beim Blitzen vielleicht mal Zeit nehmen sollte. Nicht einfach nur den Automatikmodus verwenden, sondern selber die Stärke einstellen. Bis es halt passt. Und dafür bin ich wirklich dankbar.

Weniger dankbar bin ich allerdings für die stark angewachsene Wunschliste, Stative um entfesselt zu Blitzen, Blitzaufsätze, Leuchtschirme, … Da gäbe es so einiges. Leider – oder sagen wir mal netterweise – werden die im Kurs auch direkt verlinkt. Die Hürde des Suchens entfällt somit (fast – denn bei einem gewissen Internet-Riesen – und ja, der ist verlinkt – bestelle ich aus Prinzip nichts).

Sodala, nun aber zu meinem Fazit in Kürze:

Kursinhalt

7 Module – Basics, wie das Belichtungsdreieck und weitere Kameraeinstellungen, Bildgestaltung, Bildbearbeitung, Blitzen, alles, was man für den Anfang braucht, ist dabei.

Will man in einem einzelnen Thema tiefer gehen, gibt es meistens dazu noch einen weiterführenden Kurs. Den zur Bildbearbeitung kann ich auch absolut empfehlen – die anderen kommen vielleicht später mal an die Reihe.

Online-Community

Wie gesagt handelt es sich um einen Online-Kurs. Das bringt natürlich naturgemäss einige Vor- und Nachteile mit sich. Die kann sich eh jeder denken. Allerdings möchte ich hier nochmals zwei Punkte hervorheben.

  • Der Kursleiter: Angenehme Stimme, toller Schmäh, erklärt gut, langweilig wurde es nie. Absolut empfehlenswert. Man merkt auch durch alle Module hindurch, dass es ein gut durchdachtes Konzept dazu gibt. Denn auch didaktisch ist der Kurs ein Traum.
  • Die Community: Da werden Fragen beanwortet, man kann Fotos hochladen und kriegt Feedback dazu und das ganze mit einem netten Umgangston. Das Feedback ist konstruktiv. Ich bin nun seit einem halben Jahr dabei, und mir wäre auch bei meiner Meinung nach schlechten Fotos nie aufgefallen, dass derjenige „fertig“ gemacht wurde. Im Gegenteil, es wurden wirklich hilfreiche Tipps und Tricks gegeben, wie derjenige sich verbessern kann. Und: es braucht sich auch keiner schämen. Vom blutigen Anfänger, der seine ersten „Gehversuche“ herzeigt, bis zu den Vollprofis, ist alles dabei.

Fazit

Ich kann den Kurs nur weiterempfehlen. Man lernt viel, bzw. man wird an viele Sachen wieder erinnert. Mein Gefühl ist, dass ich nun, ein halbes Jahr später, tatsächlich bessere Fotos mache. Vor allem aber, fotografiere ich wieder viel bewusster, so dass für mich die Fotografie wieder das wurde, was sie sein soll: ein wunderbares Hobby!

Zum Titel: Back to the Basic bezieht sich übrigens auf den Basiskurs – nicht auf die wunderschöne pinke Kamera oben. Die liegt nach wie vor bei meinen Eltern. Aber vielleicht… Jetzt, wo ich so darüber nachdenke…

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